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09.12.2008
Geht Alzheimer auf eine Virusinfektion zurück?Britische Forscher vermuten, dass der Herpesvirus HSV1, dessen Gene fast immer in den Plaques vorhanden sind, eine der Ursachen von Alzheimer sein könnte.Seit langer Zeit wird von manchen Wissenschaftler vermutet, dass Alzheimer möglicherweise von Viren ausgelöst werden könnte. Schon Ende der 80er Jahre wurde die Möglichkeit erwogen, dass es sich um einen sehr langsam wirkenden Virus mit einer entsprechend langen Inkubationszeit handeln könnte.In den Gehirnen großen Mehrheit von Alzheimer-Patienten wurden Herpes-Simplex-Viren des Typs HSV-1 gefunden, allerdings sind die meisten Menschen Träger dieser Viren, die etwa Lippenherpes, aber auch Enzephalitis verursachen können. Britische Forscher entdeckten, dass auch das Gen ApoE4 eine Rolle spielen könnte, das möglicherweise den Virus aktiver machen könnte. Wissenschaftler der University of Manchester stellten letztes Jahr einen weiteren Zusammenhang mit HSV-1 her. In Kulturen mit Gehirnzellen, die mit den Herpes-Viren infiziert wurden, fanden sie einen wesentlich erhöhten Spiegel des Eiweißes Beta-Amyloid vor. Das "klebrige" Eiweiß bildet die für Alzheimer typischen Amyloid-Plaques. Die Wissenschaftler der University of Manchester unter Leitung von Ruth Itzhaki haben jetzt in einer neuen Studie, die im Journal of Pathology erschienen ist, herausgefunden, dass bei Alzheimer Erkrankten eine HSV1-Infektion nachweisbar ist. Mit einer Genanalyse identifizierten sie HSV1-DNA in den Amyloid-Plaques in den Gehirnen von Alzheimer-Patienten. in 90 Prozent der Plaques sind die Gene des Virus enthalten, 72 Prozent der Virus-DNA ist mit Plaques verbunden. In normal gealterten Gehirn von Menschen, die nicht an Alzheimer erkrankt sind, sind zwar auch in 80 Prozent der Plaques die Gene des Virus enthalten, aber nur 24 Prozent der Virus-DNA ist mit Plaques verbunden. Möglicherweise könnte es einen Zusammenhang mit den bekannten HSV1-Infektionen geben. Zwar sind fast alle Menschen Wirte, bei 20-40 Prozent kommt es periodisch zum Auftritt einer Erkrankung, bei HSV1 zu Lippenbläschen. Die Vermutung ist, dass HSV1 in das Gehirn eindringen, dort lange Zeit latent existiert und dann in höherem Alter, wenn das Immunsystem schwächer wird, aktiv wird und die Produktion von Beta-Amyloid fördert. Sollte Alzheimer, die häufigste Ursache der Altersdemenz, tatsächlich durch eine Virusinfektion verursacht werden, dann ließe sie sich vermutlich relativ leicht behandeln. Antivirale Medikamente gegen HSV1 gibt es seit Jahren. s.a.: The Journal of Pathology Zurück |
Die erste AD Patientin:
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