15.03.2010

Kulturstaatsminister Bernd Neumann würdigt Making Memories

Mit einem Sonderpreis für kulturelle Bildung wurde in der Stiftung Genshagen das Projekt Making Memories. Kunstbetrachtungen für demenziell Erkrankte und ihre Angehörigen der Kunsthalle Bremen ausgezeichnet.

Der BKM-Preis für Kulturelle Bildung 2009 richtete sich an Projekte von Theatern, Chören und Orchestern ebenso wie von Museen, Ausstellungshäusern, Galerien, Literaturhäusern, Bibliotheken und freien Gruppen. Zu den Auswahlkriterien gehörte der bundesweite Modellcharakter der Projekte, ihre nachhaltige Wirkung, innovative Ansätze und die Ausrichtung auf bislang unterrepräsentierte Zielgruppen.

Auf Vorschlag der Jury wurden neben den drei ersten Preisen zwei weitere Projekte mit einem Sonderpreis gewürdigt, der mit jeweils 1.000 Euro dotiert ist. Dazu gehört das Projekt Making Memories der Kunsthalle Bremen.

Im geschützten Raum, außerhalb der regulären Öffnungszeiten des Museums (vor Originalen) oder auch außerhalb des Museums in Einrichtungen der geriatrischen Tagespflege sowie der stationären geriatrischen Behandlung (mithilfe originalgetreuer Reproduktionen von Kunstwerken), bietet die Kunsthalle Bremen mit Making Memories ein moderiertes Forum zum Austausch von Eindrücken und Erinnerungen.

Dabei geht es nicht um ein Kunstgespräch im herkömmlichen Sinne, sondern um Anregungen, die wir demenziell Erkrankten und ihren Angehörigen über die Kunst und die Institution Kunsthalle geben wollen. Anknüpfungspunkte für alle Teilnehmenden sind Kunstwerke, deren Motiv, Farb- oder Formensprache das Potential haben, unmittelbar anzusprechen. Dabei wird nicht nur die visuelle Wahrnehmung angeregt: Gegenstände wie Stoffe, Pflanzen und andere Materialien, die in den Kunstwerken eine Rolle spielen, kommen ebenso zum Einsatz wie Klänge, Düfte und sogar kreatives Schaffen.

Demenziell Erkrankte bekommen so Anstöße und den nötigen Raum, sich entsprechend ihrer Möglichkeiten zu artikulieren. Ihre pflegenden Angehörigen erleben die Mutter, den Vater oder den Partner in einer neuen und ungewohnten Situation und können auf diesem Wege neue Impulse für den Umgang mit ihrer oder seiner Erkrankung erhalten.

Making Memories wird durchgeführt von ausgebildeten und erfahrenen Künstlern und Pädagogen. Das Projekt dient nicht zum Erreichen eines konkreten therapeutischen Zieles, sondern will mit modernen Methoden der Museumspädagogik und den vielfältigen Ausprägungen der Kunst Anstöße geben. Es ist somit ein dezidiert museumspädagogisches, kein kunsttherapeutisches Angebot.


Das Projekt Making Memories wurde in den vergangenen drei Jahren entwickelt und 2008 der Öffentlichkeit vorgestellt.
Die ersten Veranstaltungen fanden in enger Kooperation mit der PGSD (Paritätische Gesellschaft für soziale Dienste Bremen) außerhalb der regulären Öffnungszeiten in den Räumen der Kunsthalle Bremen statt.
Aufgrund der Schließung des Museums wegen Umbaus führt die Kunsthalle Bremen Making Memories seit Beginn 2009 ausschließlich in geriatrischen Einrichtungen in Bremen und im Bremer Umland durch.
Neben einzelnen Terminen in Kooperation mit der AWO Bremen und dem ASB Bremen bieten wir Making Memories seit April 2009 auch regelmäßig in einem Pflegeheim der AWO Bremen in Bruchhausen-Vilsen an. Im Rahmen dieser Kooperation mit der AWO Bremen richten wir uns an eine Gruppe teilweise pflegebedürftiger Bewohnerinnen und Bewohner.

Zusammen mit der AWO Bremen und der Unterstützung der Robert Bosch Stiftung konnte das Angebot nun erweitert werden:

Ab Februar 2010 finden in verschiedenen Bremer AWO-Einrichtungen Kunst-Workshops für demenziell Erkrankte und Pflegende an. Ergänzt werden die Kunst vermittelnden Workshops um Qualifizierungsangebote für Pflegende.

Quelle: Kunsthalle Bremen

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